Katutura
"Die Kindertagesstätten"

Es sind die Frauen Katuturas, die die Selbsthilfeprojekte in Angriff nehmen, um nicht schicksalsergeben der Apathie zu verfallen. Angesichts der Notsituation haben einige Frauen begonnen als Tagesmütter ihre Hütten für die Kinder aus der Nachbarschaft zur Verfügung zu stellen. Dort werden sie tagsüber behütet und mit Essen versorgt, in den meisten Fällen auch zum Spielen und Lernen angeregt. Einigen dieser Frauen ist es bereits gelungen auf sich aufmerksam zu machen und Unterstützung von Kirchen oder privaten Organisationen zu bekommen, welche aber selbst an chronischem Geldmangel leiden.

Die meisten Tagesmütter arbeiten jedoch nach wie vor ohne Unterstützung von Außen und sind auf die unregelmäßigen Monatsbeiträge der arbeitenden Mütter angewiesen. Man muß diese Frauen für ihre Eigeninitiative, ihre Nachbarschaftshilfe und ihr Durchhaltevermögen angesichts der schwierigen, von Armut geprägten Lebensumstände bewundern.

Das Alter der betreuten Kinder liegt zwischen ein paar Wochen und dem schulpflichtigen Alter. Aufgrund des generellen Raummangels in den Schulen Katuturas und hauptsächlich aufgrund der finanziellen Schwierigkeiten (Schulgeld, Schuluniform ist Pflicht) halten sich aber in den Kindertagesstätten immer häufiger auch Kinder im Schulalter auf.

Auf europäische Besucher wirken diese kleinen, einfachen Einrichtungen bzw. Creches (Krippen) deprimierend. Es fehlt an allem: an ausgebildeten Betreuungskräften, an geeigneten Räumlichkeiten, an angemessenen sanitären Einrichtungen, kindergerechten Möbeln und nicht zuletzt an einer ausgewogenen Ernährung.

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