Katutura
"Die Situation der Tagesmütter"
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Die Familien in Katutura bestehen zum überwiegenden Teil aus alleinerziehenden Müttern mit einer Vielzahl von Kindern. Es ist nicht ungewöhnlich, dass eine Frau acht Kinder oder mehr alleine versorgen muß.

Die Väter fühlen sich selten verpflichtet, die Mitverantwortung zu tragen und ihrer Fürsorgepflicht nachzukommen. Ohne Schulausbildung, durch Geldmangel oder mangels Gelegenheit ist es den Frauen meist nicht möglich eine Berufsausbildung oder anspruchsvolle Tätigkeit zu erhalten. Frühe Schwangerschaften, die durch traditionelles Denken, Unaufgeklärtheit und Vergewaltigungen oft auftreten, tragen zu der Misere bei.

Viele Frauen verdienen ihr Geld als Haushilfen, oder versuchen ein Einkommen zu finden z.B. durch den Verkauf von Süßwaren, Obst, selbst gekochtem Fleisch und Maisbrei. Andere sticken, nähen oder stricken zu Hause, um sich und ihre Kinder damit über Wasser zu halten.

Meist sind die Mütter von früh morgens bis spät Abends außer Haus. Kleine Kinder werden gewöhnlich der Obhut der älteren Geschwister oder anderen Familienangehörigen überlassen, wobei sie nicht selten alleine in der Hütte eingeschlossen werden. Noch öfter bleiben die Kinder ganz ohne Aufsicht und sind dann unbarmherzig der Gefahr der Strasse überlassen.

Für die Kinder der Ärmsten gibt es keine staatlichen und nur wenige von Kirchen und großen Hilfsorganisationen getragene Tagesstätten.